Wer regelmäßig Punktspiele macht, kennt die Situation: Man steht am Tisch, gegenüber jemand, gegen den man vor einem halben Jahr schon einmal gespielt hat. Der Name kommt einem bekannt vor. Wie er gespielt hat, was funktioniert hat und was nicht — weg. Also fängt man wieder bei null an.
TT Playbook Player ist gegen genau dieses Vergessen gebaut. Die App digitalisiert, was gute Spieler ohnehin tun: Buch führen über Gegner, über eigene Fehler, über das, was im letzten Spiel funktioniert hat. Nur eben so, dass sich das Ganze hinterher auch auswerten lässt. Sechs Probleme stehen dabei im Mittelpunkt.
1. „Wer war das nochmal — und wie hat der gespielt?“
Für jeden Gegner legt die App ein Scouting-Profil an. Stammdaten wie Verein, Mannschaft, Spielklasse und TTR gehören dazu, vor allem aber das, was am Tisch zählt: Händigkeit, Griffhaltung und Spielsystem — offensiv, Allround, Abwehr, Block, auch in Kombination.
Dazu kommt das Material, und zwar vollständig: Holz sowie Vorhand- und Rückhandbelag mit Typ, Marke, Modell, Farbe und Schwammstärke. Kritische Beläge werden im Profil farblich markiert, lange Noppen und Anti-Spin fallen dadurch sofort ins Auge. Ergänzt wird das Profil um Stärken- und Schwächen-Tags und um freie Scouting-Notizen für alles, was sich nicht in Felder pressen lässt — Aufschlagtendenzen, Verhalten bei knappem Stand, Vorlieben im kurzen Spiel.
2. Die Zettelwirtschaft nach dem Spiel
Ein Match ist in zwei Schritten angelegt: Gegner wählen — oder ohne Gegner starten und ihn später zuordnen — und anschließend die Details festlegen. Kontext (Turnier, Liga, Training, Freundschaftsspiel), Spielmodus mit zwei, drei oder vier Gewinnsätzen, Datum und Ort.
Die Satzstände trägt man direkt am Tisch ein, satzweise als Endstand. Die App prüft dabei live nach Regel: Ein Satz zählt erst ab elf Punkten und zwei Punkten Vorsprung, die Einstandszone wird eigens markiert, unmögliche Stände werden gewarnt. Sobald der erste Wert steht, wird das Match automatisch als laufend gespeichert und lässt sich später fortsetzen. Einen Punkt-für-Punkt-Zähler gibt es bewusst nicht — zwischen zwei Sätzen zwei Zahlen einzutippen ist schneller, als jeden Ballwechsel zu tippen.
Nach dem Spiel kommen die Beobachtungen dazu: eine Notiz zum Gegner, Skill-Tags für dessen Stärken und Schwächen, und in freier Form das, was beim eigenen Spiel funktioniert hat und was nicht. Genau diese Notizen sind später die Grundlage für Statistik, Vorbereitung und Trainingsempfehlungen.
3. Videos, die man später nicht wiederfindet
Die meisten Aufnahmen vom eigenen Spiel enden in der Handygalerie zwischen Urlaubsfotos und werden nie wieder angesehen. In TT Playbook Player wird direkt am Match oder am Gegner aufgenommen — mit Zoom, Kamerawechsel und Licht — oder eine vorhandene Aufnahme aus der Mediathek importiert. Das Video hängt danach an der Partie, zu der es gehört.
Der eingebaute Player ist auf Analyse ausgelegt: Zeitlupe von 0,25-fach bis 2-fach, Suchleiste zum Scrubben, Querformat. Die Dateien liegen in einem app-eigenen Ordner, nicht in der Systemgalerie.
4. Kein Überblick über die eigene Entwicklung
Alle Auswertungen entstehen live aus den erfassten Spielen, nachgepflegt werden muss nichts. Kostenlos sichtbar sind Siegquote, Satzbilanz, die Formkurve der letzten Spiele und drei Auswertungskarten: aktuelle Form, stärkste Konstellation, größtes Problem.
Die Tiefenanalyse in der Pro-Version geht deutlich weiter. Sie schlüsselt die Bilanz nach Kontext auf, zeigt Satz-Gewinnraten, Durchschnittspunkte pro Satz und wie es speziell in knappen Sätzen läuft. Sie benennt Lieblings- und Angstgegner, stellt eigene Problemfelder den wirksamsten eigenen Schlägen gegenüber und wertet nach Gegnertypen aus — Linkshänder gegen Rechtshänder, nach Spielsystem, nach Material. Letzteres ist der Punkt, an dem viele zum ersten Mal schwarz auf weiß sehen, was sie geahnt haben: dass gegen einen bestimmten Spielertyp systematisch etwas nicht stimmt.
5. Vor dem Spiel alles zusammensuchen
Wer vorbereitet an den Tisch gehen will, blättert normalerweise kurz vor dem Spiel durch alte Notizen. Das Pre-Match-Briefing der Pro-Version übernimmt das: Es bündelt automatisch, was zu diesem Gegner bereits vorliegt — die bisherige Bilanz, was gegen ihn funktioniert hat und was nicht, seine bekannten Schwächen, die Scouting-Notizen und die letzten Partien.
Erfassen muss man dafür nichts Zusätzliches. Das Briefing ist eine andere Ansicht auf Daten, die ohnehin schon in der App liegen — erreichbar aus dem Gegnerprofil oder direkt beim Anlegen des Matches.
6. Nicht wissen, woran man arbeiten soll
Die häufigste Antwort auf die Frage, woran man im Training arbeiten sollte, ist ein Gefühl. TT Playbook Player leitet stattdessen aus den erfassten Spielen konkrete Empfehlungen ab, nach Dringlichkeit sortiert: knappe Sätze gehen verloren, gegen Linkshänder stimmt etwas nicht, ein bestimmtes technisches Problem taucht immer wieder auf, die Satz-Gewinnrate liegt unter der Hälfte, gegen Abwehr fehlt eine Antwort. Zu jedem Befund gehört ein Übungsvorschlag.
Daneben aggregiert die App die Freitextnotizen aller Partien zu zwei Listen — was funktioniert und was nicht — jeweils mit Häufigkeit. Für brauchbare Empfehlungen braucht es ungefähr drei bis fünf erfasste Spiele. Der Trainingsbereich ist nicht an Pro gebunden.
Für wen die App gemacht ist
Kurz gesagt: für Vereins- und Turnierspieler, die regelmäßig gegen wechselnde Gegner antreten und Niederlagen nicht als Pech verbuchen. Wer einmal im Monat zum Ausgleich spielt, wird sie nicht brauchen — ohne wiederkehrende Gegner entsteht kein Datenbestand, aus dem sich Muster ablesen ließen. Ausführlicher steht das in einem eigenen Beitrag: Für wen TT Playbook gemacht ist — und was es von anderen Tischtennis-Apps unterscheidet.
Eine Einschränkung gehört an dieser Stelle dazu: Erfasst werden derzeit Einzel. Doppel ist in Vorbereitung, aber noch nicht freigeschaltet.
Was kostet TT Playbook Player?
Die Starter-Version ist kostenlos und dauerhaft nutzbar. Sie erlaubt fünf Gegnerprofile und zwanzig Matches, dazu Notizen, Skill-Tags, Videoaufnahme und die Basis-Statistiken — genug, um über eine halbe Rückrunde herauszufinden, ob das Prinzip zum eigenen Spiel passt. Die mitgelieferten Demo-Daten zählen nicht auf das Limit.
Pro hebt beide Grenzen auf und schaltet die Tiefenanalyse, das Pre-Match-Briefing und die Werbefreiheit frei. Der Preis liegt bei 9,90 € im Monat, 99 € im Jahr oder 499 € einmalig für eine dauerhafte Lizenz. Abgerechnet wird über den App Store beziehungsweise Google Play, dort lässt sich ein Abo auch wieder kündigen.
Verfügbarkeit und Datenschutz
Die App gibt es für iOS und Android, auf Deutsch, Englisch und Spanisch, wahlweise im hellen oder dunklen Erscheinungsbild.
Beim Umgang mit Daten haben wir uns bewusst festgelegt: Die App arbeitet offline-first. Spiele, Gegnerprofile und Notizen liegen auf dem Gerät und werden nicht an Dritte weitergegeben, Videos in einem app-eigenen Ordner. Das ist keine Nebensache — wer über Gegner Buch führt, sammelt Notizen über Menschen aus dem eigenen Verband.
Fazit
TT Playbook Player erfindet nichts neu. Gegner beobachten, Spiele nacharbeiten, sich vorbereiten — das machen gute Spieler seit jeher, meist auf Notizzetteln und in Handynotizen. Neu ist, dass diese Arbeit nicht mehr verloren geht, sondern sich verbindet: Aus vierzig Satzständen, Notizen und Gegnerprofilen wird eine Aussage darüber, woran man arbeiten sollte.
Kenne deinen Gegner, bevor der erste Ball fliegt.
Zur Einordnung von außen: Ping Pong Pioniere, Tischtennis-Fachhändler aus Berlin, haben am 29. Juli 2026 einen ausführlichen Beitrag über die App veröffentlicht — TT Playbook: Das digitale Match-Journal für ambitionierte Tischtennisspieler.